Fensteremail - Emaillieren - Kunst und Handwerk 2015

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Emailtechniken
Fensteremail / email plique a jur

Während normalerweise Email immer auf einen Metalluntergrund aufgeschmolzen wird, hat das Fensteremail keinen metallischen Untergrund. Das fast immer transparente Email wird so zwischen Metallstege eingetragen, dass es nach dem Brand frei zwischen diesen Stegen steht, so dass das Licht das Email ungehindert durchdringen kann.

Linkes Bild: Eine Fensteremailschale von Valrie Timofeev, USA. Er arbeitet nach einer von ihm entwickelten Methode. Das "Netzwerk" der Schale wird über ein Gerüst aus Spezialstahl zusammengelötet. Das Email wird dann nass direkt in die Zellen eingefüllt. Das nasse Email hält in den Zellen dann nur durch die Oberflächen-spannung des Wassers. Nach dem Troclnen des Emails erfolgt der erste Brand. Viele Zellen sind nach dem ersten Brand nur schlecht gefüllt und müssen nachgefüllt werden. Dieser Prozess muß so lange wiederholt werden bis alle Zellen gefüllt sind. Je nach Zustand des Emails muß dann das Werkstück von innen und außen geschliffen werden. Verschiedene Gerüstformen für diese Technik erhält man bei Thompson enamel USA.

Kurzanleitung.
Fensteremails brauchen durchscheinendes Licht. Die aufwendige Technik lohnt sich also nur für Objekte, durch die das Licht hindurchscheinen kann wie: Fensterbilder, hochwandige Schalen, Lampenschirme oder im Schmuck Ohrringe. Es gibt verschiedene Verfahren zur Herstellung von Fensteremails. Flache Objekte, bei denen die „Fenster" aus dem Metall ausgesägt (Bild oben links) oder wie beim Stegemail aus Zellen gebildet werden, können auf „Marienglas", dünner Glasfasermatte, Email-Silberfolie oder auf 0,1 mm dicke Kupferfolie gelegt werden Die „Fenster"' werden mit zu Brei angerührtem Email aufgefüllt. Nach mehrmaligem Eintragen und Brennen der Arbeit muß das untergelegte Material abgeschliffen werden. Wurde mit Kupferfolie unterlegt, kann die Folie abgeätzt werden.
Bei komplizierteren Formen, wie z. B. Schalen oder Schmuckstücken, wird zunächst eine „Untergrundform" aus Metall oder aus feuerfestem Material hergestellt. Die Stege werden auf der Form befestigt und das Email einge-tragen und mitsamt der Form gebrannt. Die Form wird sodann mit Säure weggeätzt. Meist muß die Arbeit dann noch mit Karborundsteinen und Wasser geschliffen und poliert werden Die Herstellung einer Schale aus Fensteremail gehört zu den technisch schwierigsten Emailverfahren.
Da diese komplizierte Technik ohne Lehrer kaum vernünftig zu erlernen ist, wird hier auf eine genauere Anleitung verzichtet Alternative Methode:
Mit feinem Kupfer- oder Edelstahlgewebe als Träger lassen sich ebenfalls Fensteremails herstellen. Verwendet man ein sehr dichtes Gewebe, werden die Emails dunkler, bei weitmaschigen Geweben wirken die Farben heller. Allerdings lassen sich weitmaschige Gewebe etwas schlechter emaillieren.
Arbeiten mit Metallnetzen.
* Gewebe dem Entwurf entsprechend formen. Konvexe Formen sind besser geeignet als Flache Objekte
* Falls erforderlich in 10%iger Allaunlösung reinigen
* Gründlich mit Wasser abspülen.
* Einen etwas dickeren Emailbrei (honigähnlich) mit destilliertem Wasser anmischen und mit einigen Tropfen Emailkleber (Tapetenkleister) versehen. Selbstverständlich vorwiegend transparente Emails verwenden!!
* Emailbrei mit Pinsel oder Spatel innen und außen auf das Gewebe auftragen. Erfordet etwas Übung!!
* Trocknen
* Werkstück so auf einen Gegenemaiständer legen, daß nur die Ränder des Werkstücks den Gegenemailständer berühren. Da das Gewebe sehr dünn ist, dürfen die "Lagerungspunkte" nicht zu weit auseinander liegen, sonst biegt sich das Werkstück beim Brennen durch. Alternativ kann das Werkstück senkrecht an einen Edelstahldraht gehängt werden.
* Brennen. Brand beobachten, Werkstück herausnehmen sobald die Emailoberfläche glänzt.
* Wahrscheinlich muß das Werkstück noch 2-3 mal mit Email betragen werden, bis alle Lücken geschlossen sind.
* Ränder versäubern
Das Bild zeigt im Uhrzeigersinn von links oben:  Kupfergewebe fein, Kupfergewebe grob, Edelstahl-Streckmetall und Edelstahlgewebe.

Metall-Clay, Copper-, Silver-, Gold-Clay. (PMC)
PMC = Precious Metal Clay auch Silver-Clay, Art- oder Metal-Clay genannt ist eine knetbare Metallmasse ähnlich wie Ton, die durch Erhitzen auf ca. 750 Grad Celsius sintert (zusammenbackt) und dadurch eine feste Metallstruktur annimmt. Das so erhaltene metallene Werkstück kann wie normale Metallobjekte gelötet, gefeilt, geschliffen, gebohrt und auch emailliert werden.
Mit Silber-Clay lassen sich mit wenig Aufwand Grundgerüste für die Fensteremailtechnik z. b. für Anhänger oder Ohrringe herstellen. Der normalerweise hohe und z. T. komplizierte Aufwand für klassische Fensteremailobjekte wie das Verlöten des Metallgerüstes entfällt bei Metall Clay vollständig.
Kurzbeschreibung: Eine kleine Menge Metall Clay wird, z. B. wie Kuchenteig ausgewalzt. Die Schichtdicke sollte etwa 6-9% der Objektfläche betragen. Aus dieser Schicht schneidet man die äußere Form des Objektes entweder mit einem spitzen Messer (Schablonenmesser, Cutter oder dergl.), oder stanzt sie mit Hilfe von erwerbbaren Ausstechformen aus. Die Fenster für das Email können entweder mit einem kleinen Messer, mit Locheisen, Strohhalmen und anderen geeigneten Werkzeugen ausgestanzt werden, oder mit einer Spritze (ähnlich der medizinischen Spritzen) in kleinen Strängen angelegt werden. Anschließend wird das Werkstück getrocknet und entweder im Muffelofen oder mit einem geeigneten Lötbrenner nach Anweisung des Herstellers gebrannt, um das Clay zu sintern. Nach dem Erkalten wird das metallische Werkstück bei Bedarf durch feilen, sägen schmirgeln, polieren usw. überarbeitet. Danach kann das Werkstück emailliert werden.
Die Goldschmiedin Renate Brandel Motzel hat die hier gezeigten Bilder dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Sie bietet u. a. auch Art Clay Kurse an. Auf Ihrer HP: können Sie sich ausführlich über Art Clay und seine vielen Möglichkeiten informieren.



 
 
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