Grubenschmelz - Emaillieren - Kunst und Handwerk 2015

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Emailtechniken
Grubenschmelz  


In den Metallträger, meist Kupfer, werden zur Aufnahme des Emails Vertiefungen (Gruben) gemacht. Diese Gruben können durch Ätzen, Gravieren, Punzieren oder Herausmeißeln hergestellt sein oder auch durch Zusammenlöten des Grundbleches mit einem zweiten, oben liegenden Blech, aus dem die „Gruben" ausgesägt wurden. (Siehe Bild links). Wird der Entwurf wie bei dem Hahn ausgesägt, oder wie bei dem Anhänger rechts Maschienen gefräst, sind die Ränder der Gruben absolut glatt und sauber. Bei geätzten Designs wie bei der "Segelregatta" unten, fransen die Metallränder oft aus, wenn der Abdecklack beim Ätzen an den Rändern etwas abblättert.  Wie beim Stegemail werden die entstandenen Gruben mit transparenten und/oder opaken Emails mit mehrfachen Zwischenbränden aufgefüllt.
Anschließend wird die gesamte Fläche plan geschliffen, so dass die Metall- und die Emailflächen eine Ebene bilden. In vielen Emailbüchern wird immer noch das Schleifen mit Carborundsteinen empfohlen. Heute verwendet man besser Diamantschleifmittel, die wesentlich schneller und effektiver arbeiten. Für das Schleifen mit der Hand gibt es im Internet Diamant Schleifpads. Muß man viel oder große Flächen schleifen, empfiehlt sich die Anschaffung oder der Selbstbau einer Naßschleifmaschine. (Siehe Zusatzarbeit) Es erfolgt der Glanzbrand oder eine Politur der ganzen Fläche. Bei unedlen Metallrezipienten werden die freistehenden Metallflächen meist anschließend vergoldet.
In Museen findet man viele alte Grubenschmelze, da der Grubenschmelz ein lange Tradition hat. Viele kirchliche Geräte wurden bevorzugt in dieser Technik hergestellt. Der Grubenschmelz wird oft mit dem Zellenschmelz kombiniert, d. h. die Binnenzeichnung in den Gruben wird mit feinen Drähten ausgearbeitet.
Linkes Bild: Der Name wurde maschinell in 1 mm Kupferblech gefräst. Diese Gruben werden mit Email aufgefüllt. Bild Mitte: Die Gruben wurden in ein 0,8 mm Feinsilberblech gefräst, mit Email aufgefüllt, gebrannt und geschliffen.
Das rechte Bild zeigt ein Reliquiar das vermutlich um 12 Hundert nach Christus in Limoges / Frankreich entstand.


Es gibt soviele Möglichkeiten die "Gruben in das Metall zu bringen, das es wenig sinnvoll ist, hier eines der Verfahren zu beschreiben. Gerade bei den Abdeckverfahren hat es eine rasante Entwicklung gegeben, die, da sie teilweise mit PC-Druck und Fotokopieren arbeiten, auch dem "malerischen Laien" viele Möglichkeiten eröffnen. Den Artikel aus Glass On Metall können Sie beziehen über www.glass-on-metal.com Einen Artikel mit Rezeptur der von Kickeben/USA neu entwickelte Ätzlösung finden sie im Goldschmiedeforum unter: http://www.iphpbb.com/board/ftopic-50385095nx20254-392.html

 
 
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