Streu-Email - Emaillieren - Kunst und Handwerk 2015

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Emailtechniken
Streu-Email

Die Streutechnik steht eigentlich am Anfang aller Emailarbeit. Sie ist die Grundtechnik schlechthin. Mit einem feinen Sieb (Teesieb mit flachem Boden, besser aber ein Sieb aus dem Fachhandel) wird das Emailpulver auf die vorher gut gereinigte Metallfläche gesiebt. Als Faustregel gilt, daß die aufgesiebte Emailschicht etwa so dick sein soll wie das Trägerblech! Vor allem das Gegenemail, in manchen Büchern auch Konteremail genannt, läßt sich so schnell auftragen. Es empfiehlt sich auch bei ebenen Flächen (bei steilen oder gewölbten Flächen ist es ohnehin unumgänglich), vor dem Aufsieben etwas "Kleberwasser" (Haftmittel, engl. Holding agent) auf die Metallfläche zu sprühen. Dadurch zieht sich das Email beim späteren Brennen nicht so leicht von den Rändern zurück. Empfehlenswert ist es auch, die Ränder etwas dicker mit Email einzustreuen, da hier die Wärmebelastung und damit die Gefahr des Überbrennens bzw. Verbrennens des Emails am größten ist. Selbstverständlich kann man verschiedene Farben gleichzeitig aufsieben.Der  Deckel der oben abgebildeten Dose wurde zunächst gegenemailliert, danach die Sichtseite mit der Stahldrahtbürste und Schmirgel vom Zunder befreit. Als nächstes wurde die Kupferplatte mit Fondant besiebt, danach wurde, ohne das Stück vorher zu brennen, Rot opak in der Mitte aufgesiebt und das Stück dann gebrannt. Nach dem Brand wurden die Ränder der Platte durch Schleifen vom Zunder befreit und die Platte mit Montagekleber in den Holzrahmen geklebt. 
Das Aufsieben einer gleichmäßig dicken Emailschicht ist im wesentlichen Übungssache Grundsätzlich sollte man alle Emailarbeiten gegenemaillieren, d. h. auch die Rückseite sollte mit Email betragen werden. .Ein paar Tipps.
1) Zunächst die Rückseite der Metallplatte durch schmirgeln gut reinigen. Die Metalloberfläche muss absolut sauber und fettfrei sein. Der Wasser- bzw.Kleberfilm muss die Oberfläche lückenlos bedecken (rechtes Bild). Bilden sich beim Aufsprühen „Inseln“ ist die Oberfläche nicht sauber(linkes Bild)



Die zu besiebende Metalloberfläche leicht anfeuchten Es soll nur Sprühwasser auf der Fläche stehen. Das kann nur mit destilliertem Wasser erfolgen, oder besser mit dest, Wasser dem ein paar Tropfen organischer Kleber zugesetzt wurden. Geeignete Kleber: kommerzielle Haftmittel oder genau so gut, aber viel preiswerter, einfacher Tapetenkleister. Eine Messerspitze Kleisterpulver auf ca. 50 ml dest. Wasser. Der Kleber soll wasserdünn sein!
Der Kleber wird am Besten mit einer Blumenspritze auf die Metalloberfläche mit Hilfe einer z. B. Blumenspritze dünn aufgesprüht. Es soll keine "schwimmende" Wasserschicht entstehen.
Das Sieb sollte nicht zu grob sein;
Das Sieb maximal zu einem Viertel mit Emailpulver befüllen
Das Sieb beim Aufsieben nicht hin und her schütteln, sondern still halten und mit einem Finger seitlich gegen das Sieb klopfen. Die Schichtdicke des aufgesiebten Emails sollte in etwa der Stärke des Metallträgers entsprechen. 

Besieben steiler Flächen
Sollen z. B. Schalen, Vasen oder Dosen mit steilen Wänden in der Siebtechnik gestaltet werden, so muss das Email mit einem Haftmittel daran gehindert werden, von der steilen Fläche abzufallen.
Das Email sollte nicht zu grob gemahlen sein. 80-100 mesh oder etwas feiner ist gut geeignet. Feines Email haftet an steilen Flächen besser

Kleberrezept: ¼ Teelöffel normalen Tapetenkleister mit etwa 100 ml destilliertem Wasser ansetzen. Von diesem Ansatz etwa ½ Esslöffel in eine normalgroße, ca. 500 ml fassende Blumenspritze mit destilliertem Wasser geben. Vor Gebrauch gut schütteln. Darauf achten dass kein Schaum entsteht. Schaum führt zu Poren im gebrannten Email.
Gegenstand satt mit diesem Kleber einsprühen. Zu besprühende Fläche ca. in Armlänge von der Sprühpistole entfernt halten. (Bild 3 zeigt das Sprühen mit einer Aerosoldose). Die Kleberflüssigkeit soll möglichst als feiner Nebel austreten. Tröpfchen vermeiden!! Die gesamte Oberfläche muss gut feucht sein, aber das Kleberwasser darf nicht vom Gegenstand abtropfen. Gegebenenfalls mit einem Papiertuch das überschüssige Klebewasser absaugen. Sieb zu etwa 1/4 mit Emailpulver füllen. Schale nun so halten, dass das Email möglichst senkrecht auf die Fläche fällt. (Bild 1 + 2). Gegenstand rundum besieben. Vorsichtig nochmals Kleber so über die gesamte Fläche sprühen, dass das Email-Kleber-Gemisch nicht abfließt. Eine zweite Schicht Email übersieben. Vorgang evtl. noch ein drittes mal wiederholen. Die Gesamtstärke der aufgesiebten Emailschicht sollte in etwa so dick sein wie das Metall stark ist. Vorteilhaft ist es, den Rand etwas „dicker“ zu streuen. Als letzten Arbeitsgang die gesamte Emailschicht nochmals übersprühen.

Gegenstand auf einen Brennrost (wie immer mit der Emailseite nach oben, Bild 4) stellen und gründlich trocknen lassen. Befindet sich noch Wasser in der Emailschicht wenn das Teil in den Ofen kommt, wird ein Teil des Pulvers durch das schlagartige Verdampfen des Wassers im heißen Ofen, abgesprengt.

Ist das Email trocken, Werkstück vorsichtig in den in den Ofen geben und brennen. Bei steilen Flächen muss man den Brand besonders gut beobachten. Wird das Email zu heiß und damit sehr flüssig, läuft es an den steilen Flächen ab und sammelt sich am Boden, bzw. am Rand!!

Nach dem Abkühlen Werkstück von Zunder befreien und wie oben beschrieben die metallische Seite besieben, trocknen, brennen.

Schalen usw. sollten grundsätzlich beidseitig emailliert werden u. z. nicht nur aus ästhetischen, sondern auch aus technischen Gründen. Beidseitig emaillierte Gegenstände sind wesentlich unempfindlicher gegen Schlag usw. als einseitig emaillierte. Ob zuerst die Innen- oder die Außenfläche emailliert wird, ist technisch unerheblich. Ich versuche nach Möglichkeit zunächst die Innenseite fix und fertig zu emaillieren, also einschließlich der farblichen Oberflächengestaltung. Erst wenn die Innenseite fertig ist, emailliere ich die Außenseite. Das hat den Vorteil, dass beim letzten Brand (der Gegenstand steht dann „kopfüber“ (Bild 4) auf dem Gegenemailständer), keinerlei Brandmarken an der Außenfläche entstehen.

Die zu emaillierende gut gesäuberte Fläche (innen oder außen) wird mittels einer Blumenspritze (auch eine elektrische Spritzpistole ist sehr gut geeignet) satt mit Klebemittel eingesprüht. Solche Klebemittel sind im Emailfachhandel erhältlich, können aber aus Tapetenkleister leicht selbst hergestellt werden. US-Künstler sprühen steile Flächen auch mit Haarspray ein. (Bild 3). Vorteil: Das Haarspray hält das Email sehr gut. Nachteil: 1) Das Spray trocknet sehr schnell. Deshalb kann man immer nur kleine Flächen besprühen und besieben. 2) Das Gas der Sprühflaschen ist hoch entzündlich!. Deshalb nie in der Nähe des heißen Ofens oder offener Flammen sprühen!
Kleberrezept: ¼ Teelöffel normalen Tapetenkleister mit etwa 100 ml destilliertem Wasser ansetzen. Von diesem Ansatz etwa ½ Esslöffel in eine normalgroße, ca. 500 ml fassende Blumenspritze mit destilliertem Wasser geben. Vor Gebrauch gut schütteln. Darauf achten dass kein Schaum entsteht. Schaum führt zu Poren im gebrannten Email.
Gegenstand satt mit diesem Kleber einsprühen. Zu besprühende Fläche ca. in Armlänge von der Sprühpistole entfernt halten. (Bild 3 zeigt das Sprühen mit einer Aerosoldose). Die Kleberflüssigkeit soll möglichst als feiner Nebel austreten. Tröpfchen vermeiden!! Die gesamte Oberfläche muss gut feucht sein, aber das Kleberwasser darf nicht vom Gegenstand abtropfen. Gegebenenfalls mit einem Papiertuch das überschüssige Klebewasser absaugen. 

Es ist manches mal schwierig, eine größere Schale die außen besiebt werden soll mit der Hand zu halten und so zu drehen, dass das Email immer senkrecht auf die Metalloberfläche gesiebt werden kann. Bei diesem Problem helfen kleine Stützen oder dergl. wie in Bild 1 gezeigt.

Sieb zu etwa 1/4 mit Emailpulver füllen. Schale nun so halten, dass das Email möglichst senkrecht auf die Fläche fällt. (Bild 1 + 2). Gegenstand rundum besieben. Vorsichtig nochmals Kleber so über die gesamte Fläche sprühen, dass das Email-Kleber-Gemisch nicht abfließt. Eine zweite Schicht Email übersieben. Vorgang evtl. noch ein drittes mal wiederholen. Die Gesamtstärke der aufgesiebten Emailschicht sollte in etwa so dick sein wie das Metall stark ist. Vorteilhaft ist es, den Rand etwas „dicker“ zu streuen. Als letzten Arbeitsgang die gesamte Emailschicht nochmals übersprühen.

Gegenstand auf einen Brennrost (wie immer mit der Emailseite nach oben, Bild 4) stellen und gründlich trocknen lassen. Befindet sich noch Wasser in der Emailschicht wenn das Teil in den Ofen kommt, wird ein Teil des Pulvers durch das schlagartige Verdampfen des Wassers im heißen Ofen, abgesprengt.

Ist das Email trocken, Werkstück vorsichtig in den in den Ofen geben und brennen. Bei steilen Flächen muss man den Brand besonders gut beobachten. Wird das Email zu heiß und damit sehr flüssig, läuft es an den steilen Flächen ab und sammelt sich am Boden, bzw. am Rand!!

Nach dem Abkühlen Werkstück von Zunder befreien und wie oben beschrieben die metallische Seite besieben, trocknen, brennen.


 
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