Teil eins - Emaillieren - Kunst und Handwerk 2015

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Spielereien
Ziehemail

wird auch Rühremail oder Email-scrolling genannt. Mit dieser Technik lassen sich ähnliche Muster erzeugen wie beim Marmorieren von Papieren. Zwei Varianten stehen zur Verfügung
a) Heiß ziehen.
* Kupferplättchen, z. B. ein Plättchen für einen Anhänger beidseitig emaillieren und brennen
* Nach dem Auskühlen Emailsplitter, Emailfäden oder kleine Emailhäufchen auf die Sichtseite des Plättchens legen. Damit Fäden und Stückchen nicht so leicht verrutschen, können sie mit etwas Emailkleber befestigt werden.
* Plättchen auf einen Gegenemailständer legen und in den sehr heißen (etwa 800 Grad C) Ofen geben.
* Rührstab aus Edelstahl mit in den Ofen geben, damit die Spitze glühend wird.
* Wenn das Email geschmolzen ist, mit dem Ziehstab Muster in die Emailfläche ziehen.
* Ist das Email glatt geschmolzen, werkstück aus dem Ofen nehmen, auskühlen lassen und Ränder versäubern.
Kalt ziehen.

Bei diesem Fisch wurde abwechseln Fondant, rotes, grünes und oranges Email in Streifen nass aufgetragen. Mit einem spitzen Gegenstand wurden von links nach rechts Linien in das nasse Email gezogen.

Durchführung:
* Rückseite eines Kupferplättchen emaillieren und brennen.
* Nach dem Abkühlen Ränder und Sichtseite vom Zunder befreien.
* Mindestens 2 verschiedene Emails streifenförmig oder in beliebigem Muster nass auf die Kupferfläche auftragen.
* In das noch nasse Email mit einem spitzen Gegenstand Muster einzeichnen, so dass sich die verschiedenen Emails vermischen. Besonders schön wird der Effekt, wenn transparente und opake Emails im Wechsel aufgetragen wurden.
* Durch klopfen an den Rand nasse Emailfläche glätten.
* Trocknen, Brennen.
Weitere Infos zum Thema finden sich in fast jedem Email-Werkbuch.

Glasauf- bzw. einlagen

Glasstückchen in die Emailoberfläche einge- schmolzen können recht interessante Effekte hervorrufen. Geeignet ist allerdings nur dünnes Glas wie z. B. Dia-Scheiben oder Mikroskop-Objektträger. Ebenfalls einschmelzen lassen sich Glaskugeln, Glasrohrabschnitte oder Tiffani-Glasreste.

Durchführung
* Kupferplatte, mindestens 1,5mm stark, zuschneiden, reinigen und gegenemaillieren.
* Vorderseite und Ränder von Zunder befreien.
* Verschiedene opake und/oder transparente Emails aufsieben oder nass auftragen. Dabei die spätere Glasgestaltung im Hinterkopf haben.
* Glasmaterial (Splitter, Kugeln, Glasrohrabschnitte usw) auf das ungebrannte Email legen.
* Auf die Glasflächen kann, muß aber nicht, ebenfalls Email aufgetragen werden. Trägt man auf die ungebrannten Glasflächen opakes Email auf, gibt das dem Emailbild eine besondere Tiefe. Damit das Email auf den glatten Glasflächen nicht verrutscht, vorher etwas Kleber oder Kleberwasser auf die Glasflächen aufsprühen
* Platte auf einen Gegenemaiständer legen, gegebenenfalls trocknen und vorsichtig in den ca 800 Grad heißen Ofen geben.
* Brennen.
Damit das Werkstück nicht so schnell abkühlt, Werkstück herausnehmen und sofort unter einen Topf oder dergl. stellen. Bei zu schnellem Abkühlen kann das Glas abspringen. Noch besser ist es, wenn man über einen zweiten Ofen verfügt. Der 2. Ofen sollte eine Temperatur von etwa 500-600 Grad C haben. Ist ein 2. Ofen vorhanden, Werkstück aus den Brennofen nehmen und direkt in den 2. Ofen stellen. Die Ofenheizung abstellen und das Werkstück etwa 5-6 Stunden im Ofen abkühlen lassen. Ist der Ofen auf etwa 100 Grad C abgekühlt, kann das Werkstück herausgenommen werden. Dieses Verfahren nennt man Tempern. Es vermindert die Gefahr des Abplatzens der Glaseinlagen.

Separation enamel

Diese Emailtechnik ist in Europa fast unbekannt. In USA, (Thompson enamel stellt das "separation enamel" her und vertreibt es), war es einige Jahre vor allem im Hobby-Bereich sehr beliebt, da sich ohne großen Aufwand effektreiche Emails machen lassen

Grundlagen des Verfahrens
Separation-enamel ist kein Emailpulver. Es ist eine Chemikalie, die beim Brennen den Schmelzpunkt der E's lokal heruntersetzt, so dass an diesen Stellen das Email leichter fließt. Durch die Erniedrigung des Schmelzpunkts kommt es zum "Durchkochen" der unteren durch die oberen Emailschichten und es entsteht eine Art Netzmuster. An steilen Flächen z. B. hohen Schalen fließt das Email an den mit "separation enamel" benetzten Stellen lange vor dem übrigen Email nach unten und es entstehen Farb- und Lichtmischungen aus den verschiedenen Emailschichten. Separation enamel ist als in Wasser ansetzbares Pulver oder als Ölsuspension erhältlich. Beide Varianten erzielen den gleichen Effekt. Die Ölsuspension lässt sich jedoch leichter auftragen.
(Rechtes Bild: Vergrößerung des entstehenden Musters bei gebranntem Separation Email)

Technik für eine halbhohe Schale
1. Rückseite der Schale mit hochschmelzendem Email betragen und brennen
2. Innenseite und Ränder der Schale von Zunder befreien.
3. Hartes, hochschmelzendes Fondant innen aufsieben und brennen.
4. Weitere 2-3 Emailschichten kontrastierender, opaker und/oder transparenter Emails aufsieben. Jeder Emailauftrag muß extra gebrannt werden. ACHTUNG!! Nicht überbrennen!!
5. Separation enamel mit einem dünnen Pinsel oder einer Schreibfeder musterförmig auftragen. Die Linien müssen sehr dünn sein, da sie sich beim Brennen stark ausdehnen.
6. Zeichnung gut durchtrocknen lassen!! Ist die Zeichnung zum Zeitpunkt des Brandes noch nass, tritt der Effekt nur schwach ein.
7. Schale mit der Öffnung nach oben auf einen Brennrost stellen und in den mindestens 850-900 Grad heißen Ofen geben.
8. Brand beobachten und Schale herausnehmen, wenn sich der Effekt zeigt.
9. Sollte sich nach dem Abkühlen herausstellen, dass das Email bis auf den Kupfergrund durchgebrannt ist, kann man die ganze Innenseite dünn mit Fondant übersieben und erneut gebrannt werden.
Literatur: 1) Glass on Metal www.glass-on-metal.com
2) The Art of Fine Enameling, Karen L. Cohen, Sterlimg Publishing, N.Y., USA, www.kcenamels.com/
3) The Art of Enameling, Linda Darty, Lark Books, N. Y. USA 
 
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